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WORD OF GOD

Once, during Prohibition, I was forced to live for days on nothing but food and water.
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Overkill

EA unterwegs zu neuen Ufern

+ 1 comments

Vorhin bin ich über einen News-Eintrag bei pcgames.de gestolpert, der mich zu einem Bericht der BusinessWeek brachte in dem über eine Neuausrichtung im Hause Electronic Arts referiert wird.

Scheinbar möchte der weltgrößte Publisher von Computerspielen seine Produktausrichtung ein wenig umorientieren um den immer höheren Lizenzgebühren seiner Franchise-Spieletiteln zu entgehen.
In den letzten Jahren musste der Ruf des Unternehmens in der Spiele(r)szene schon reichlich leiden, da zunehmend auf immer weitere Neuauflagen bereits erfolgreicher Spiele gesetzt wurde und so schließlich kaum noch innovative Ideen aus dem Hause EA kamen. Alles nur noch ein Aufguss alter Erfolge. Doch vermutlich gerade aufgrund dieser Kalkulierbarkeit schaffte EA es an die Spitze der Publisher und erzielte im gerade endenden Fiskusjahr einen Umsatz in der Größenordnung von 3,4 Mrd. USD.
In der Folge des Erfolges kaufte EA immer mehr kleinere Spieleschmieden auf, die fortan ebenfalls die Arbeit an bereits erfolgreichen Spieleserien übernahmen. Alles was bei EA landete, war so dem kreativen Untergang geweiht, schien es.
Nun jedoch will EA sich neu ausrichten - nicht um der Kreativität willen, habe ich den Eindruck, sondern weil bei steigenden Produktions- und Lizenzkosten die Gewinne wegbrechen. Von bisher 30 Prozent Eigenideen will man auf über die Hälfte steigern, in der Hoffnung auf den einen oder anderen Super-Hit. Das macht das Geschäft zwar riskanter, wir Spieler jedoch dürften davon profitieren.

Interessant fand ich im BusinessWeek-Artikel die Beschreibung der Arbeitsweise bei EA. Bisher wurde dort nicht in kleinen Studios an einem einzelnen Projekt gearbeitet, sondern Hunderte von Entwicklern sitzen in den Hauptstudios in Vancouver, Los Angeles und Redwood City und werden mehr oder weniger dynamisch den einzelnen Entwicklungen zugewiesen. Dies ermöglicht es, die gerade bei Sport- oder Filmtiteln wichtigen Deadlines einzuhalten. Das dürfte allerdings der Kreativität ebenso wenig zuträglich sein, wie die 80-Stunden-Wochen, deren Berichte 2004 die Runde machten.
Das soll nun alles besser werden, wenn man den Entscheidungsträgern glauben will. Kleine Studios, mehr kreativer Spielraum, weniger Zeitdruck. Zusammen mit der Schilderung von "TV-Flachbildschirmen auf denen die bemerkenswertesten Fortschritte der letzten Woche überall im Studio präsentiert werden sollen" klingt das schon wieder ein wenig nach Dotcom für mich. Aber gut, war auch nicht alles schlecht damals™.


Overkill

Es darf gezweifelt werden

Ob sich die Neuausrichtung bei EA auch auf die Qualität der Produkte auswirkt bleibt zu hoffen. Heute jedenfalls entdeckte ich einen Bericht darüber, dass EA den Patch-Support für das Ende November erschienene "Need for Speed: Most Wanted" einstellen will.
Dreieinhalb Monate - das nenne ich mal einen knappen Lifecycle.